{"id":1491,"date":"2022-01-31T11:12:39","date_gmt":"2022-01-31T10:12:39","guid":{"rendered":"https:\/\/gpkh.eu\/newsletter-2022-2\/"},"modified":"2022-01-31T11:12:39","modified_gmt":"2022-01-31T10:12:39","slug":"newsletter-2022-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpkh.eu\/en\/newsletter-2022-2\/","title":{"rendered":"Newsletter 2022\/2 &#8211; Freie \u00dcbersetzungen von gesetzlich vorgegebenen Begrifflichkeiten unzul\u00e4ssig"},"content":{"rendered":"<section class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row row_bg=&#8221;gradient-bottom&#8221;][vc_column][dhsv_vc_header_content_page color_theme=&#8221;light&#8221; link=&#8221;url:https%3A%2F%2Fgpkh.eu%2Fnews%2F|title:Zur%C3%BCck&#8221;]<\/p>\n<h1>Newsletter 2022\/2 &#8211;<br \/>\nFreie \u00dcbersetzungen von gesetzlich vorgegebenen Begrifflichkeiten unzul\u00e4ssig<\/h1>\n<p>[\/dhsv_vc_header_content_page][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8221;2\/3&#8243;][vc_empty_space height=&#8221;55px&#8221;][vc_column_text]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Urteil vom 13. Januar 2022 hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof in der Rechtssache C\u2011881\/19 entschieden, dass freie \u00dcbersetzungen von gesetzlich vorgegebenen Begrifflichkeiten unzul\u00e4ssig sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Das Wichtigste in K\u00fcrze:<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lebensmittelunternehmen sollten daher darauf achten, stets die gesetzlich vorgegebenen Begrifflichkeiten, insbesondere Bezeichnungen von Lebensmitteln und Zutaten, w\u00f6rtlich gem\u00e4\u00df den einschl\u00e4gigen Rechtstexten zu \u00fcbernehmen und von freien \u00dcbersetzungen bzw. Variationen dieser Begrifflichkeiten abzusehen, um Rechtsnachteile zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn nicht nur die Verwendung der abweichenden Begrifflichkeit kann als solche beanstandet werden, sondern es k\u00f6nnen durch den Verlust des Privilegs von Kennzeichnungserleichterungen auch Folgeprobleme entstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So konnte im zu entscheidenden Fall der Lebensmittelunternehmer sich nicht mehr auf die Ausnahmevorschrift nach Anhang VII Teil E Nr. 2 Buchst. a der Verordnung (EU) Nr. 1169\/2011 (LMIV) berufen, wonach die Benennung der Zutaten zu einer zusammengesetzten Zutat nicht erforderlich ist, wenn die Zusammensetzung der zusammengesetzten Zutat in einer Unionsvorschrift festgelegt ist und die zusammengesetzte Zutat weniger als 2 % des Enderzeugnisses ausmacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><u>Hintergrund zum Ausgangsfall und Einzelheiten zu der Entscheidung:<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kl\u00e4gerin im Ausgangsverfahren war ein Einzelhandelsunternehmen mit Sitz im Vereinigten K\u00f6nigreich, welches auch in der Tschechischen Republik Superm\u00e4rkte betreibt und dort u. a. Schokoladenprodukte vertreibt, deren Zutatenverzeichnisse die Zutat \u201eSchokolade in Pulverform\u201c auff\u00fchren, ohne die Zusammensetzung dieser Zutat n\u00e4her zu erl\u00e4utern. Die zust\u00e4ndigen tschechischen Beh\u00f6rden verboten die Vermarktung und st\u00fctzten sich dabei darauf, dass die Etikettierung dieser Erzeugnisse die Angabe \u201eSchokolade in Pulverform\u201c enthalte, ohne die Zutaten zu dieser zusammengesetzten Zutat aufzuf\u00fchren (Versto\u00df gegen Art. 9 Abs. 1 Buchst. b in Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 und 4 LMIV). Au\u00dferdem ergebe sich aus Anhang I Abschnitt A Nr. 2 Buchst. c der Richtlinie 2000\/36 \u00fcber Kakao- und Schokoladeerzeugnisse, dass im Tschechischen der Begriff \u201eSchokoladenpulver\u201c verwendet werden m\u00fcsse und nicht der Ausdruck \u201eSchokolade in Pulverform\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mit dem Fall befasste Regionalgericht Br\u00fcnn hatte dann beschlossen, das Verfahren auszusetzen, und dem Gerichtshof folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIst die in Anhang VII Teil E Nr. 2 Buchst. a der Verordnung Nr. 1169\/2011 enthaltene Regelung dahin auszulegen, dass bei einem Lebensmittel, das f\u00fcr Verbraucher in der Tschechischen Republik bestimmt ist, eine in Anhang I unter Abschnitt A Nr. 2 Buchst. c der Richtlinie 2000\/36 angef\u00fchrte zusammengesetzte Zutat im Zutatenverzeichnis des Erzeugnisses nur dann ohne detaillierte Angabe ihrer Zusammensetzung aufgef\u00fchrt werden darf, wenn diese zusammengesetzte Zutat exakt entsprechend der tschechischen Sprachfassung des Anhangs I der Richtlinie 2000\/36 gekennzeichnet ist?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gerichtshof bejaht die Notwendigkeit einer wortlautgetreuen \u00dcbernahme der gesetzlich vorgegebenen Begrifflichkeiten gem\u00e4\u00df den amtlichen Sprachfassungen. Nur so habe der Verbraucher die Sicherheit, auch tats\u00e4chlich und zweifelsfrei diejenigen Zutaten vorzufinden, deren Zusammensetzung und Bezeichnung gesetzlich vorgegeben sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Urteil ist abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/7m1ev.r.a.d.sendibm1.com\/mk\/cl\/f\/OhdE_ReGN25IlysBWE6v4NiRnKP5cyDMqpYyLBoK_qeuNUVM6hirWxjpjzYXbMthgWsVPgvbjO6ks2RwEO-zpA3DyPf8nKX9ZMQsH0lrwlxPltGHm7eArlMVtDmObxGGlfSJWt8KSMFQ6HvUVl13s4jVFc442kKMCv8dsFEi3PlM5y60ETS5RezPFoKsCb-_v1eoGUrznqDwI8gkfOpczKsXwBjPis2mhSxfGu4P4i5OMNraQRafLumS7O2riXhXAA5NHM-I48vhkT-qnXBnFCKXIXOCpRwn0aZN-8XsB0qsQxV6iaWp1zwUbaLcibvEvdFsksH3h3o-2lk7M9c5B1B6wWpS1zF3CZqQ2IlY_BfwRKbj8ZVWvb4AuI4pSJdFJI9m74HhCxjigd5GCBMVZFTFMZ2J-0Y2F6moZHl31e60j4nNKbCgsbP009mgdItaAFSIZA\">hier klicken<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><u>Haftungsausschluss:<\/u><\/strong><strong> Obgleich dieser Informationsbrief sorgf\u00e4ltig erstellt wurde, kann keine Haftung f\u00fcr Fehler oder Auslassungen \u00fcbernommen werden. Dieser Informationsbrief stellt keinen anwaltlichen Rechtsrat dar und ersetzt keine auf den Einzelfall bezogene anwaltliche Beratung. Hierf\u00fcr stehen die Rechtsanw\u00e4lte unseres B\u00fcros zur Verf\u00fcgung.<\/strong><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][vc_empty_space height=&#8221;15px&#8221;][vc_row_inner][vc_column_inner width=&#8221;2\/12&#8243;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8221;10\/12&#8243;][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_empty_space][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/3&#8243;][vc_empty_space height=&#8221;55px&#8221; tablet_height=&#8221;Prof. Dr. Markus Grube, Rechtsanwalt, Gummersbach&#8221; mobile_height=&#8221;Prof. Dr. Markus Grube, Rechtsanwalt, Gummersbach&#8221;][vc_column_text]<strong>Newsletter vom:<\/strong><\/p>\n<p>31.01.2022<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Redaktion:<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Markus Grube[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space height=&#8221;35px&#8221; mobile_height=&#8221;25px&#8221; tablet_height=&#8221;25px&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][dhsv_vc_template_element template_id=&#8221;786&#8243;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 13. 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